Der Schulweg für Mädchen

Priorität für die Einschulung der Mädchen

In den abgelegenen Landzonen gibt es zu viele kleine Mädchen, die keine Schule besuchen und keinen Beruf erlernen. Bei den armen und zahlreichen Familien gilt die Priorität für die Erziehung den Knaben, während dem die Mädchen zu Hause bleiben.

Die alten Vorurteile gegen die Ausbildung der Frauen sind noch tief verankert. Es ist jedoch unerlässlich, dass die Mädchen Zutritt zur Schulung und zur beruflichen Ausbildung erlangen. Ausser den leicht erwägbaren Gründen der sozialen Gerechtigkeit, ist diese Notwendigkeit darin begründet, dass sich  die grosse Mehrzahl der monoparentalen Familien auf die Frauen abstützt. Diese müssen deshalb über ein Minimum an Ausbildung verfügen, um ihr Tagwerk zu meistern und der Erziehung ihrer Kinder nachzukommen.

Die Sensibilisierung der Eltern zu diesem Problem, begleitet mit einem Finanzbeitrag, erlaubt es, die Einschulung der Mädchen zu fördern. So haben nach nur einem Jahr nach Einführung dieses Programms an die vierzig Mädchen den Weg zur Schule aufnehmen können.

Zwei konkrete Beispiele können den Erfolg dieses Programms aufzeigen:

Im Mai 2001 trafen die Vertreter von Nordesta eine Familie mit 6 Kindern, welche inmitten des Waldes der “Pedra Talhada“ lebt. Das älteste Mädchen hatte zur Zeit noch nie eine Schule besucht, während dem die zwei jüngeren Brüder regelmässig dorthin gingen.

Die Diskussionen waren schwierig, um die Mutter zu überzeugen, dem Mädchen zu erlauben, den gleichen Schulkursus zu verfolgen, wie ihre Brüder. Die uralten Gewohnheiten sind in der Tat noch tief in den Köpfen verankert.

Unsere Verhandlungen waren jedoch erfolgreich. Die drei Kinder gehen jetzt täglich zur Schule und helfen der Mutter, je nach Notwendigkeit, abwechslungsweise. Die kürzlichen Rückfragen bei den Lehrkörpern haben erlaubt, den Einhalt der eingegangenen Verpflichtungen zu überprüfen.

Ein anderes kleines Mädchen, Larissa, lebte unter extremen Verhältnissen mit seiner kranken Mutter.

Beide lebten in einer aus Plastikbehältern und Plachen erstellten Hütte. Die Zusprache einer finanziellen Unterstützung hat ihm erlaubt, nach einer Vorschulung in einer Kinderkrippe des Dorfes, der Schule beizutreten und sich satt zu essen.

Heute dehnt sich die Operation “Der Schulweg für Mädchen“  weit über die Gemeinde von Quebrangulo aus und berührt nun immer mehr Mädchen jeden Alters in anderen Gegenden von Brasilien.