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Baumschulen und Anpflanzungen

Brasilien ist ein immenses Land, im welchem man früher die grössten Wälder der Erde fand. Diese beherbergten eine unglaubliche Vielfalt von Fauna und Flora. Biologen aus aller Welt haben hier Millionen von Tier- und Pflanzenarten erkundet.

Dieses Land kennt jedoch seit mehreren Jahrhunderten eine intensive Abholzung, welche in den letzten Jahrzehnten noch mehr vorangetrieben wurde. Die Hauptgründe dafür sind die Ausweitung der Viehzucht und die industrielle Landwirtschaft.

In gewissen Gemeinden wurden mehr als 90 % des Geländes abgeholzt. Diese Umstände haben die Wasserreserven geschwächt, die Bodenerosion ist ausgeprägt und die Gebiete sind der Verwüstung ausgesetzt. Die früher erfolgreiche traditionelle Landwirtschaft wird infolge Verarmung des Bodens oft fallen gelassen.

Trotz allem verbleiben verteilt im Land ein paar Spuren des einheimischen Waldes, in welchem Samen gesammelt werden, um Wiederaufforstungs-Aktionen zu starten.

Durch die Schaffung von Baumschulen sind unsere ersten Programme der Wiederaufforstung entstanden. Diese Baumschulen benötigen ein Wissen, welches man sich laufend durch die Kenntnis der diversen Formen des Aufkeimens der Samen aneignet. Es handelt sich hier um einen komplexen Vorgang, welchen wir lernen und durch Experimentierung mit den Forstingenieuren und gewissen Waldbewohnern verbessern konnten.

Gegenwärtig werden wir in diversen Regionen von Brasilien, in welchen die Bewohner gewisse abgeholzten Zonen wieder aufforsten wollen, darum gebeten, unser Wissen zur Verfügung zu stellen, um neue Baumschulen einzurichten. Dies ist der Start zu einer Entwicklung, die wir allgemein mit  “Multiplikations-Effekt“ bezeichnen.

Diese Wiederaufforstung, welche eine der Hauptachsen der Aktionen von Nordesta darstellt, hat zu mehreren Projekten geführt, welche sehr aufmunternde Resultate erzielten.

Die Baumschulen 

Die Anlage einer Baumschule in einem Dorf erlaubt die Wiederaufforstung von sehr verwüsteten Zonen ins Auge zu fassen und auf Zeit eine bedeutende Bewaldung zu erwarten.

Ausser der Wichtigkeit ihrer Begünstigung für die Umwelt, schafft die Kreation dieser Struktur ständige Arbeitsplätze und Zukunftsberufe. Die Arbeiten werden durch Dorfbewohner, unter Leitung von Landwirtschafts-Technikern, ausgeführt.

Neben der eigentlichen Aufforstung dienen die Baumschulen ebenfalls als pädagogischen Hintergrund für die ganze Bevölkerung, so zur Organisation von Konferenzen oder Anfertigung von Poster, welche erlauben, Informationen zum Thema Wald zu vermitteln. Diese Informationen tragen dazu bei

Nordesta Reforestation & Education hat wichtige Projekte angekurbelt, welche direkt von der Entwicklung der Baumschulen ausgehen.

Wiederaufforstungs-Projekt “Arco Iris“

Die Rettung des Waldes der Pedra Talhada, beidseitig der Staaten Alagoas und Pernambuco, verpflichtete Nordesta ab 1989 zu seiner ersten Grossaktion im Bereiche der Wiederaufforstung. Es ging hier darum, den Wald aus seiner Isolation zu ziehen und ihn mit anderen kleinen Waldmassiven zu vereinen.

Die Ufer der Flüsse Paraïba und Carangueija , sowie die Wasserreserven, welche von diesen oberhalb des Dorfes Quebrangulo  gespeist werden, wurden für die Aufforstung mit Priorität behandelt.

 

Wiederaufforstung der Quellen des Flusses São Francisco

Der Fluss São Francisco stellt für Millionen Personen, welche sich längs seines 2'800 km langen Laufes befinden, ein lebenswichtiges Element dar. Er entspringt in den Bergen des Minas Gerais und durchfliesst 5 Staaten, bevor er im Norden von Salvador de Bahia in den Atlantischen Ozean mündet.

Er wird von tausenden Zuflüssen gespeist, welche alle ebenfalls unter den Folgen der Abholzung leiden, die eine Verminderung ihrer respektiven Wasserkapazität  mit sich bringt.

Unser Projekt besteht somit darin, Bäume um die Quellen herum zu pflanzen und die junge Generation, vor allem die Schüler in den Schulen für die lebenswichtige Frage der Wiederaufforstung zu sensibilisieren. Dieses Projekt hat 2005 auf Initiative von 5 Flussgemeinden begonnen. Der erreichte Erfolg hat eine solche Begeisterung ausgelöst, dass um dreissig andere Gemeinden nachgesucht haben, dem Projekt beizutreten.

Bis heute haben wir unter Mitarbeit der lokalen Behörden erreicht, eine Million Bäume um die Quellen und Ufer des Flusses zu pflanzen.

Jetzt ist ein Wechsel im Betragen der Leute im Gang und zahlreiche Partner haben sich vereint und engagieren sich, um ihrem Fluss zu einer neue Gesundheit zu verhelfen. Dies mittels Sensibilisierungs-Programmen zur Umwelt, welche den betroffenen Lehrkörpern eine spezifische Ausbildung zur Verbreitung der ganzen Problematik in den Schulen übermitteln.

Wir haben zwei andere grosse Aufforstungsprojekte programmiert. Bei den Quellen des Rio Grandes, welcher gegen Süden fliesst (Paraguay, Argentinien).  Der andere, der Rio Parnaïba fliesst gegen Norden und mündet in den Atlantischen Ozean (Maranhão, Piaui). Diese zwei Flüsse decken sehr weite Wasserbecken ab, von welchen Millionen Bewohner abhängen.

Schlussendlich haben wir die Herausforderung angenommen, eine Gegend in der Gemeinde Gilbués (Staat Piaui), welche im Begriff der Verwüstung ist, aufzuforsten.